Basel hat schweizweit das höchste Potenzial für die Entwicklung des internationalen Personenverkehrs (IPV), wie das Bundesamt für Verkehr BAV feststellt. Der Ausbau von bestehenden und neuen Personenfernverkehrslinien machen den Bahnknoten noch wichtiger als heute. (Quelle: BAV, Perspektive BAHN 2050, Räumliche Konkretisierung, September 2024, S.8)
Bahnknoten Basel
Basel ist der grösste Grenzbahnhof Europas und ein wichtiger Knotenpunkt für den europäischen Güter- und Personenverkehr. Die ganze Schweiz profitiert von der strategischen Lage Basels und ist auf einen leistungsfähigen Bahnknoten angewiesen.
Neue Angebote und kein Platz
Schon heute sind die Kapazitäten im Bahnknoten Basel erschöpft. Und es wird noch knapper werden. Der Bund geht gemäss «Perspektive Bahn 2050» von weiteren Entwicklungen aus. So soll speziell das Bahnangebot auf kurze und mittlere Distanzen auch in grenzüberschreitenden Agglomerationen wie Basel ausgebaut werden. Der Güterverkehr wird bis 2040 um einen Drittel wachsen. Umschlagsplattformen sollen dazu beitragen, Güter von Schiffen insbesondere auf die Bahn und umgekehrt zu verladen.
Der Bund rechnet zudem mit einem Angebotsausbau via Basel: einerseits bei bestehenden Personenverkehrslinien nach Deutschland, Italien und Frankreich und andererseits mit neue Linien nach Grossbritannien, Belgien, Luxemburg und in die Niederlande.
Die beiden folgenden Grafiken zeigen den Umfang Personen- und Güterverkehr, der über Basel läuft:
Internationaler Personenverkehr (IPV) wächst massiv

Güterverkehr für die Schweiz: Gut 30 Prozent über Basel

Die Region Basel hat mit den Umschlagsanlagen Gateway Basel Nord und den Schweizerischen Rheinhäfen eine zentrale Logistik-Funktion für die ganze Schweiz. Gut ein Drittel der Ein- und Ausfuhren der Schweiz gehen über die Region Basel. (Quelle: BAV, Perspektive BAHN 2050, Räumliche Konkretisierung, September 2024, S.43f)
Nadelöhr droht
Basel verfügt über keine separaten Gleise für die S-Bahn im Zentrum. Die Folgen dieser fehlenden Entflechtung: Der Bahnknoten wird in seiner heutigen Form den künftigen Bahnverkehr nicht aufnehmen können. Ohne Gegenmassnahmen verkommt die Verkehrsdrehscheibe zum Nadelöhr. Lokale S-Bahn-Züge, nationale und internationale Personenzüge sowie Güterzüge werden sich auf dem heutigen, unveränderten Netz gegenseitig blockieren.
- Personenzüge
- S-Bahn
- Güterzüge
Die S-Bahn (braun), Personenzüge (grün) und Güterzüge (grau) behindern sich gegenseitig immer mehr. Ohne Gegenmassnahme droht das Tor zur Schweiz zu verstopfen.
Tiefbahnhof und Herzstück
Um das Bahnwachstum – auch aus Klimagründen gewünscht – meistern zu können, braucht Basel beim Bahnhof SBB einen Tiefbahnhof. Ein Ausbau oberirdisch ist wegen des fehlenden Platzes unrealistisch. Der Tiefbahnhof verlegt den Regionalverkehr in den Untergrund. Statt auf den heute stark überlasteten Abschnitten soll die S-Bahn künftig unterirdisch über das sogenannte Herzstück zum Badischen Bahnhof und Richtung Saint-Louis fahren. Dadurch wird das Schienennetz oben frei für den Personenfern- und Güterverkehr. Die Verkehre sind entflochten. Der Bund unterstützt die Realisierung eines Tiefbahnhofs mit Herzstück.

Der Tiefbahnhof Basel SBB schafft Kapazitäten für neue Angebote im Personen- und Güterverkehr.

Das Herzstück – eine unterirdische Bahnverbindung vom neuen Tiefbahnhof Basel SBB zum Badischen Bahnhof. Ab Basel Mitte ist eine Anbindung an den Flughafen vorgesehen. Welche Variante zwischen Basel Mitte und dem Badischen Bahnhof weiterverfolgt wird, ist noch nicht entschieden.
Vorteile für die Schweiz und die Region
Der Tiefbahnhof Basel SBB und das Herzstück bringen verschiedenste Vorteile:
- Landesversorgung: Für den Güterverkehr stehen auch künftig genügend Schienenkapazitäten zur Verfügung, um das Land zu versorgen.
- Alpenquerender Güterverkehr: Die Entflechtung steigert die Effizienz im alpenquerenden Güterverkehr auf der Schiene via Lötschberg. Die Achse Basel – Domodossola wird gestärkt, die Verlagerung der Güter von der Strasse auf die Schiene gefördert.
- Internationale Personenzüge: Der Ausbau bestehender sowie neue Bahnverbindungen nach Grossbritannien, Belgien, Luxemburg und in die Niederlande steigern die Wettbewerbsfähigkeit der Bahn auf solchen Strecken.
- Nationale Personenzüge: Personenzüge können in einem dichteren Takt fahren und verbessern damit die Verbindung zwischen Basel und dem Mittelland sowie international.
- Wirtschaftsstandort: Basel bleibt als Wirtschaftsstandort für die Schweiz und die Region attraktiv.
- Agglomeration: Durch die Verlegung der S-Bahn in den Untergrund kann die Agglomeration in der Schweiz, in Frankreich und Deutschland besser erschlossen werden. Für Pendlerinnen und Pendler wird das Umsteigen auf die Bahn attraktiver.
Fazit:
Wenn Basel rollt, profitiert die Schweiz.
Damit Basel künftig nicht zum Nadelöhr im internationalen Schienenverkehr verkommt, muss der Tiefbahnhof Basel SBB im nächsten Bahnausbauschritt des Bundes (Botschaft 2026) finanziert werden. Nur so lassen sich rechtzeitig genügend Kapazitäten für Fern- und Güterverkehr im Knoten Basel sicherstellen.
Weitere Informationen zum Ausbau des Bahnknotens Basel: