Der Raum Bern ist bereits heute vielenorts überlastet.
Raum Bern-Thun
Der Bahnhof Bern – zweitgrösster Bahnhof der Schweiz – wird derzeit in einem ersten Schritt umgebaut. Unter der bestehenden Perronhalle entsteht ein neuer Bahnhof für das Bahnunternehmen RBS und die Verbindungen nach Solothurn, Zollikofen und Worb. Zudem wird ein zusätzlicher Bahnhofzugang gebaut. Um die Anzahl der Züge im Bahnhof Bern zu erhöhen, werden die verschiedenen Bahnlinien beim Zugang im Westen und im Osten entflochten. Mit diesen Ausbauten sind dichtere Takte auf verschiedenen Linien des Personenfernverkehrs und der S-Bahn Bern möglich.
Kapazitäten des Bahnhofs Bern sind ausgeschöpft
Mit dem im Jahr 2040 vorgesehenen Angebot sind die Kapazitäten des Bahnhofs Bern wiederum erschöpft. In einem zweiten, noch nicht beschlossenen Schritt müssen die Kapazitäten des Bahnhofs mit vier zusätzlichen Gleisen im Bahnhof Bern erweitert werden, damit erste Schritte zur Umsetzung der Perspektive Bahn 2050 des Bundes gemacht werden können. Für die Planungsarbeiten zur Bahnhofserweiterung sind in der Botschaft 2026 daher zwingend die nötigen finanziellen Mittel vorzusehen. Auch bei der östlichen Zufahrt zum Bahnhof muss die höchstbelastete Vierspurstrecke zwischen Bern und dem Wankdorf längerfristig mit weiteren Gleisachsen ausgebaut werden.
Ebenfalls ausgelastet sind die Kapazitäten bei der Zufahrt zum Bahnhof Bern bei den Bahnhöfen Wankdorf und Zollikofen sowie auf der Strecke Bern – Thun. Soll der alpenquerende Güterverkehr, die S-Bahn und der Personenfernverkehr ohne Konflikte nebeneinander funktionieren können, sind Ausbauten beim Bahnknoten und den Zufahrten zwingend. Davon würde speziell auch der Nord-Süd-Güterverkehr profitieren. Bei Überlastungen aufgrund der Engpässe müssen Güterzüge auf der ganzen Achse Basel – Domodossola dem Personenverkehr Vortritt geben. Die ständigen Wartezeiten führen zu Verspätungen. Dem Güterverkehr fehlt die Fahrplansicherheit. Das wiederum verteuert die Logistik quer durch die Schweiz, erschwert die Verlagerung von der Strasse auf die Schiene und widerspricht der vom Volk angenommenen Alpeninitiative, den alpenquerenden Transitverkehr vor allem auf der Schiene abzuwickeln. Die Ausbauten in der Region Bern –Thun verbessern die Wettbewerbsfähigkeit des Güterverkehrs wesentlich.
